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Quotenvorrecht oder auch Kombination von Kasko,- und Haftpflichtrecht

Leider ist immer wieder festzustellen, dass bei der Unfallabwicklung der Geschädigte nicht voll seine Möglichkeiten ausnutzt. Insbesondere wenn die gegnerische Versicherung, die Werkstatt oder „Freunde“ wertvolle Tipps geben verschenkt der Geschädigte bares Geld, wenn neben einer Mithaftung eine Vollkaskoversicherung besteht. Sobald diese beiden Voraussetzungen gegeben sind, ist es nahezu zwingend nach dem sogenannten Quotenvorrecht eine Abwicklung vorzunehmen. Eine genaue Erklärung des Quotenvorrechtes sprengt den Rahmen. Fragen Sie daher einen versierten Verkehrsanwalt. Hier soll nur anhand dreier einfachen Beispiele erläutert werden, welche Auswirkungen das Quotenvorrecht hat.

Folgende Schäden sind nach einem Verkehrsunfall entstanden:

 1. Reparaturkosten 8.475,00 € 
 2.Wertminderung 500,00 €
 3.Sachverständigenkosten 500,00 € 
 4.Abschleppkosten 100,00 € 
 5.Nutzungsausfall / Mietwagen 400,00 € 
 6.Kostenpauschale 25,00 € 
   

Gesamtschaden  10.000,00 €


1. Abwicklung durch Versicherer / Werkstatt /Freunde etc.

 eigene Mithaftung
30 %
50 % 70 % 
    
Zahlung an Sie
 7.000 €
 5.000 €
 3.000 €

2. Abwicklung durch einen Verkehrsanwalt unter Inanspruchnahme der Kaskoversicherung (ohne Selbstbeteiligung und einer Höherstufung* von 200,00 € = Gesamtbelastung 10.200,00 €)

 eigene Mithaftung
30 % 50 % 70 % 
    
 Zahlung der Kasko
8.475,00 8.475,00 8.475,00 
 Zahlung der Haftpflicht
 1.507,50 1.362,501.217,50 
    
 Zahlung an Sie
9.982,50
9.837,50 9.692,50 

3. Abwicklung durch einen Verkehrsanwalt unter Inanspruchnahme der Kaskoversicherung
(Selbstbeteiligung 500,00 und einer Höherstufung* von 200,00 €)

eigene Mithaftung 30 % 50 %
70 % 
    
 Zahlung der Kasko
7.975,00 7.975,00 7.975,00 
 Zahlung der Haftpflicht
2.007,50
1.862,50  1.717,50
    
 Zahlung an Sie
 9.982,509.837,50 9.692,50 

Trotz der Selbstbeteilung erhalten Sie die gleiche Gesamtzahlung wie im Beispiel 2.

* Höherstufung / Rabattverlust
Der BGH  (Az:  VI ZR 36/05) hat entschieden, dass  der Schädiger bei nur anteiliger Schadensverursachung für den Rückstufungsschaden haftet, der dadurch eintritt, dass der Geschädigte die Kaskoversicherung in Anspruch nimmt. Der BGH führt aus, dass der der Rückstufungsschaden in der Vollkaskoversicherung trotz des anteiligen Mitverschuldens des Geschädigten eine adäquate Folge des Unfalls ist. Mit Urteil vom 26.09.2006 (Az: VI ZR 247/05) hat der BGH weiterhin ausgeführt, dass der Geschädigte bei anteiliger Haftung auch nicht verpflichtet ist, die Mitteilung über die Regulierungsbereitschaft des Haftpflichtversicherers abzuwarten.


Sie sehen selbst, dass es sicherlich nicht zu Ihrem Schaden ist nach einem Verkehrsunfall einen Verkehrsanwalt aufzusuchen. Leider haben viele Rechtsanwälte von obigen Möglichkeiten "noch nie was gehört". Sollte daher bei einer Mithaftung und dem Bestehen einer Kaskoversicherung Ihr Anwalt Ihnen keinen Vorschlag zur Berechnung nach Quotenvorrecht unterbreiten, überlegen Sie einen Anwaltswechsel.

Rechtsanwalt Lars Kasulke
webmaster@unfall-recht.de